Es geht los! - Wahl zur ersten Freienvertretung beim Deutschlandradio

Ende letzten Jahres hat der Indendant (nach langen z.T. ergebnislosen Verhandlungen mit den Gewerkschaften) endlich das im Staatsvertrag vorgesehene Freienstatut erlassen, Mitte Januar wurde auf der ersten Versammlung aller arbeitnehmerähnlichen Freien im Haus der Wahlausschuss für die Wahl der Freienvertretung gewählt und vom 25. - 28. Mai wird nun die eigentliche Wahl der Freienvertretung als Online-Wahl stattfinden. (Über das genaue Prozedere dieses Online-Verfahrens informiert euch der Wahlausschuss direkt.)

Die Freienvertretung wird 9 Vertreter*innen aus Köln und Berlin umfassen, wobei Geschlechter, Standorte und Programme gleichberechtigt repräsentiert sein sollen. Anders als beim Personalrat wird die Wahl nach dem Willen des Intendanten allerdings keine Listenwahl sein. Jede*r Wahlberechtigte hat vielmehr neun Stimmen, die sie oder er den Personen seiner Wahl geben kann.

Dem Wahlaufruf sind nach Angabe des Wahlausschusses insgesamt 16 Kolleginnen und 13 Kollegen gefolgt, 18 aus Köln und 11 aus Berlin.

Hier stellen wir euch die von ver.di unterstützten Kandidat*innen (in alphabetischer Reihenfolge) näher vor - mit einigen Sätzen zu ihrer Motivation und einem kurzen Interview. Und wie Alles im Leben ist das Ganze natürlich work in progress, es wird also eine Weile dauern, bis alle hier versammelt sind.

dradiofreie

Für Freie Mitarbeiter im Deutschlandradio gibt es (zum Austausch und zur besseren Vernetzung) die dradiofreie-Mailingliste Freienwort . Die Liste läuft als geschlossene Liste. Um teilzunehmen, also die Liste zu abonnieren, könnt ihr euch hier anmelden:

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Ralf Bei der Kellen

Seit 1999 freier Autor für Deutschlandradio - von 50 Sekunden Aufsager im "Kakadu" bis drei Stunden "Lange Nacht". Seit zwölf Jahren redaktioneller Mitarbeiter "Religion & Gesellschaft", seit vier Jahren Moderator des "Sonntagsrätsels".

 Wichtigstes Anliegen ist mir die stärkere Vernetzung der Freien. Viele hocken immer noch als Einzelkämpfer in ihren Wohnbüros. Wir müssen unser Wissen und unsere Erfahrungen zusammenbringen. Das stärkt nicht nur unsere Position, sondern im Idealfall auch das Programm.

Rainer Brandes

2010 fing alles an – als Volo im Deutschlandradio. Zurzeit arbeite ich hauptsächlich für den Deutschlandfunk als freier Redakteur und Moderator im Kölner Zeitfunk und in der Radionacht. Inzwischen habe ich (fast) alle Beschäftigungsformen im Deutschlandradio kennenlernen dürfen: Juniorprogrammmitarbeiter, befristet Angestellter, arbeitnehmerähnlicher freier Mitarbeiter. Daher weiß ich: Es ist nicht leicht, in diesem Dschungel den Durchblick zu bewahren. Deshalb ist es mir seit einigen Jahren ein Anliegen, den jeweils neuen Volos den Durchblick ein wenig zu erleichtern. Das tue ich im Rahmen der Voloausbildung – und das würde ich gern auch als Freienvertreter zu meiner Aufgabe machen. Beim Durchforsten des Regelungsdschungels stelle ich fest: Es gibt trotz aller Tarifverträge Fallen, in die wir Freien geraten können. Nur ein Beispiel: Wer zur falschen Zeit in Elternzeit geht, kann schnell den Status der Arbeitnehmerähnlichkeit verlieren – und damit fast alle Schutzrechte. Daran müssen wir etwas ändern. Gerade in den letzten Monaten mussten viele von uns erleben, dass die Geschäftsleitung nicht immer fair mit uns Freien umgeht. Als einer von zwei Freiensprecher:innen  im Zeitfunk bekomme ich das hautnah mit. Deshalb möchte ich mich in der Freienvertretung dafür einsetzen, dass unsere Belange gehört werden. Ich bin dankbar, mit Ver.di eine starke Gewerkschaft im Rücken zu haben, sage aber auch ganz klar: Ich würde mich als Vertreter aller Freien sehen, egal ob Ver.di-, DJV- oder gar kein Gewerkschaftsmitglied.

Petra Ensminger

Als diplomierte Politikwissenschaftlerin bilden gesellschaftspolitische Themen nach wie vor meinen Arbeitsschwerpunkt. Beim Deutschlandfunk in Köln arbeite ich vorwiegend als Redakteurin und redaktionelle Mitarbeiterin im Aktuellen, der Abteilung Wissenschaft und Bildung und dem Ressort Länder. Ich plane und moderiere verschiedene Sendungen, so am Wochenende die Informationen am Mittag, die Informationen am Abend, in der Woche Deutschland Heute, die Agenda und die Lebenszeit. Auch als Autorin und Reporterin bin ich unterwegs, so etwa für Das Wochenendjournal. Zuständig bin ich für die Samstagsausgabe Campus & Karriere, die ich redaktionell betreue und ebenfalls moderiere. Die dadurch gewonnenen Erfahrungen und Einblicke möchte ich natürlich in der Freienvertretung nutzen.

Im Deutschlandfunk arbeiten in allen Programmen und Bereichen freie Mitarbeitende in Funktionen, die zu einem erheblichen Teil die Programminhalte mitbestimmen. Im Vergleich dazu wird ihre Expertise zu wenig genutzt. Das gilt auch für die Gestaltung von Veränderungsprozessen. Über die erste Freienvertretung erhoffe ich mir, dass wir genau da ansetzen können.

In den Jahren, die ich seit meinem Hausvolontariat im Sender arbeite, war es mir immer wichtig, dass wir Freien Gehör finden, dass Ungerechtigkeiten auf den Tisch kommen, und dass wir uns untereinander möglichst kollegial und solidarisch verhalten. Dabei geht es mir nicht um Gleichmacherei, auch nicht darum, dass die Freien in Köln und Berlin unbedingt mit einer Stimme sprechen. Vielmehr geht es darum, dass sie eine deutlich hörbare bekommen. Die Freienvertretung bietet die Chance, dass wir uns gemeinsam stark einbringen können und uns auch über einen offenen Informationsaustausch gegenseitig unterstützen.

Diese erste Freienvertretung im Deutschlandfunk kommt spät, aber um so besser, dass sie nun kommt und perspektivisch gesehen, bin ich mir sicher, dass sie auch noch mehr Kompetenzen erhält. In diesem Sinne: Ich wäre gerne dabei! Und gebt dem neuen Freiengremium so oder so ein kraftvolles Votum mit auf den Weg.

Martina Groß

Ich bin Berlinerin. Mein erster Radiobeitrag lief 1996 in der Literatur im Deutschlandradio. Seitdem arbeite ich als Featureautorin, mit Abstechern in die kürzeren und kurzen Formen im aktuellen Programm, für beide Standorte - und für andere Sender. Meine Themen sind vielfältig, aber wenn es ein Oberthema gibt, dann war es von Anfang an die Beziehung zwischen Individuen und Gemeinschaft.

Mein Kontakt zu den Funkhäusern und meinen Kolleg/innen war jahrelang eher sporadisch. Erst seit Kurzem bin ich in einer Freiengruppe des Senders in regelmäßigem Kontakt, und merke, wie wichtig das gerade für mich als Freie ist.

Ich bewerbe mich für die Freienvertretung, weil ich Lust habe, sie mit anderen zusammen zu gestalten, unsere Rechte auszuhandeln und zu vertreten Aber auch um die Arbeit derjenigen vor uns fortzuführen und anderen Freien beratend zur Seite zu stehen. Gerade in einer Zeit, in der immer mehr zu Einzelkämpfer/innen werden, was mir ziemlich perspektivlos erscheint. Das schlägt den Bogen zu einem meiner frühen Features über Ton Steine Scherben und ihrem Song: „Allein machen sie dich ein“, so dass ich meine Kandidatur als eine konsequente Weiterentwicklung meiner sehr frühen Erkenntnisse betrachte …

Anja Jazeschann

Dafür stehe ich:

  • Eine Stimme (!) für die Interessen der Sprecherinnen und Sprecher des Deutschlandradios!
  • Stärkung der Frauen insbesondere im Hinblick auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie!
  • Austausch und Vernetzung der unterschiedlichen Bereiche innerhalb des Deutschlandradios.

Seit 2009 bin ich Sprecherin im Ensemble des Deutschlandfunks. Nach dem Abitur habe ich zunächst Germanistik und Geographie auf Lehramt studiert. Im Anschluss absolvierte ich dann eine Schauspielausbildung. Wegen meiner großen Affinität zum gesprochenen Wort war ich neben meiner Arbeit als Schauspielerin stets auch als Sprecherin tätig. Nach einem Casting wurde ich liebevoll im Ensemble des Deutschlandradios aufgenommen. Mittlerweile führe ich seit einigen Jahren „Sprech- und Präsenzworkshops“ u.a. in Firmen durch.

Beim DLF habe ich mit vielen Nacht- und Spätschichten im Programmdienst angefangen. Damals hatten wir noch die Musiknacht im DLF Programm im Selbstfahrer*innen-Studio. Heute bin ich in allen Dienstschichten im Programm- und Nachrichtendienst tätig und liebe die Vielseitigkeit: Vom reinen Nachrichtensprechen bis hin zu Minihörspielen und Beiträgen aus allen Sparten des Programms.

Zwei enorme Strukturveränderungen innerhalb des Senders - die Umwandlung der Musik- zur Wortnacht und den Wegfall der Verkehrsmeldungen- habe ich bisher miterlebt, mit einschneidenden Veränderungen für das Sprecherensemble. Aktuell natürlich auch durch die Pandemie, die den Arbeitsalltag aller und natürlich auch den des Sprecherensembles vor enorme Herausforderungen gestellt hat.
Bisher haben andere für die Interessen der freien Sprecher*innen mitgefochten. Jetzt möchte ich gerne als Stimme in Präsenz treten und in der Freienvertretung mitwirken. Ich habe wenig Erfahrung auf dem Gebiet der Gremienarbeit, bin aber bereit, mich einzusetzen und zu lernen.

Ich denke, es ist an der Zeit, dass die Sprecherinnen und Sprecher, die als stimmlich-hörbare Einheit des Programms nach Außen präsent sind, auch eine Stimme nach Innen bekommen und sichtbar werden.

Mirjam Kid

Gemeinsam stärker.

Mitarbeitende von Deutschlandradio stecken voller Kreativität, Ideale, Elan und Energie. Diese Kraft versiegt oder verstummt aber mit der Zeit, weil das Haus bislang keinen Raum und keine Struktur dafür gefunden hat, diese Potentiale zu integrieren. Das müssen wir ändern!

Als Freie fordern wir Sicherheit, faire Bezahlung, Wertschätzung, ehrliche und lösungsorientierte Kommunikation auf Augenhöhe und diverse und vielfältige Teams!

Das macht Deutschlandradio stark, das macht unsere Inhalte stark und es macht uns als Teams noch stärker. So macht arbeiten Spaß, so floriert Kreativität und so bleiben wir als öffentlich-rechtliche Institution widerständig und souverän, auch bei hartem Gegenwind.

Aber wir sind nicht alle gleich, noch nicht.

Ungleichbehandlung, Diskriminierung und Sexismus müssen angesprochen und beendet werden – auch bei Deutschlandradio. Nur so können wir das Team sein, das wir uns alle wünschen, das gemeinsam anpackt und an einem Strang zieht, für den besten Journalismus, den wir den Menschen bieten können.

Im Bild:

Mirjam Kid
© privat

Klaumi Klingsporn

Seit mehr als 35 Jahren arbeite ich für Deutschlandradio (und vorher für den RIAS) als freier Regisseur. Seit gut 20 Jahren habe ich für ver.di Tarifverträge verhandelt und Freie bei Problemen beraten und unterstützt.

Die vom Intendanten ins Leben gerufene Freienvertreung ist bei weitem kein Personalrat für Freie, weil ihr jegliche Mitbestimmungsrechte fehlen.

Trotzdem bietet sie eine Chance, unsere Interessen dem Haus gegenüber zu artikulieren und zu vertreten, auf die Einhaltung der Tarifverträge zu achten und einzelne Freie in Konfliktfällen zu beraten und zu unterstützen.

Dies kann aber nur gelingen, wenn wir es schaffen, eine starke Freienvertretung zu etablieren. Daran mitzuwirken, scheint mir in den letzten Jahren meines Berufslebens eine lohnende Herausforderung.

Manfred Kloiber

Seit über 35 Jahren arbeite ich als freier Wissenschaftsjournalist für das Deutschlandradio und andere ARD-Sender. Hauptsächlich betreue ich die Deutschlandfunk-Sendung „Computer und Kommunikation“ als Redakteur am Mikrofon. Aber auch als Autor für Beiträge über IT bin ich unterwegs.

Noch nicht ganz so lange (ca. 25 Jahre) schickt mich ver.di als Freienvertreter in Tarifverhandlungen: Da handele ich zusammen mit anderen Aktiven Tarifverträge für Freie und die regelmäßigen Gehalts- und Honorarsteigerungen bei Deutschlandradio aus. Zudem bin ich Mitglied der gemeinsamen Tarifkommission Freie im Deutschlandradio, die sich bislang nur mehr schlecht als recht um die Probleme der Freien kümmern konnte. Deshalb bin ich sehr froh, dass wir jetzt eine Freienvertretung bekommen. Respekt und Wertschätzung für Freie durch faire Behandlung und korrekte Honorierung, das ist mein Thema. Dafür möchte ich mich auch in der Freienvertretung einsetzen. Und gerne würde ich das Wissen, das ich den letzten dreieinhalb Jahrzehnten über die besondere Spezies der arbeitnehmerähnlichen Personen im Deutschlandradio sammeln durfte, an andere Kolleginnen und Kollegen weitergeben. Mit 58 Jahren hätte ich dafür noch paar Jährchen Zeit – die möchte ich nutzen.

Marianthi Milona

Seit 1995 bin ich für die Programme Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur als Autorin tätig - vorwiegend im Bereich Wissenschaft und Bildung. Meine Schwerpunkte bilden in meiner Auslandsberichterstattung Themen aus Kultur, Politik, Reise und die Jüdische Geschichte Griechenlands. Außerdem mache ich auch Beiträge für die ARD und diverse Tageszeitungen.

Seit ich für Deutschlandradio arbeite habe ich mir immer wieder gewünscht, dass sich die Reputation und die Situation der Freien im Sender verbessert. Sprich: mehr Respekt, mehr Akzeptanz und fruchtbare Zusammenarbeit mit den festangestellten Kolleginnen und Kollegen. In der Vergangenheit habe ich immer wieder von anderen Freien hilfreiche Unterstützung bei wichtigen Fragen erhalten und dabei gemerkt, dass sich auch Dank meiner Gewerkschaft ver.di inzwischen sehr viel in Sachen „Freie im Hörfunk“ getan hat. Es lohnt sich also, sich konkret für die Belange der Freien zu engagieren. Deshalb kandidiere ich für die Freienvertretung.

Jan Rähm

Wie haben wir sehnsuchtsvoll zu den Kolleginnen und Kollegen im rbb geschaut: Eine Freienvertretung, die sich kraftvoll und engagiert für die Belange aller nicht fest angestellten Mitarbeiter*innen einsetzt! Jetzt – endlich – können auch wir eine  solche Vertretung aufbauen. Ihr Mandat entspricht zwar noch keiner echten Personalvertretung. Doch es ist ein erster, wichtiger Schritt, und ich möchte im  Namen aller freien Kolleg*innen die Chance nutzen, im Team eine starke, sichtbare und hörbare Freienvertretung zu etablieren.


Seit mehr als zehn Jahren arbeite ich für alle drei Kanäle in Berlin und Köln sowie für zahlreiche andere Medien in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Meine journalistische Heimat ist die Redaktion von „Computer und Kommunikation“ als  Teil von „Forschung Aktuell“. Was mich bei der Arbeit in der Freienvertretung erwartet,  habe ich (in Ansätzen) in den langwierigen Verhandlungen des neuen Tarifvertrags für  Freie erlebt – es braucht dringend die laute Stimme engagierter Kolleg*innen, die sich  für uns Freie stark machen!

 

Kai Rüsberg

Seit 1994 arbeite ich als Reporter und Autor für den Deutschlandfunk. Meine Themen sind vor allem aus dem Ruhrgebiet: Umwelt, Bildung und Medien. Außerdem bin ich genauso lange für den WDR tätig und mache dort auch Fernsehen.

Seit vielen Jahren engagiere ich mich dafür, den Journalismus zu stärken und weiter zu entwickeln. Dazu habe ich das MediaLab.NRW gegründet, wo wir gemeinsam mit anderen Medienmachern die Möglichkeiten neuer Technologien ausprobieren und uns austauschen oder zusammen arbeiten. Ich bilde Nachwuchstalente in Deutschland und weltweit aus, vor allem bei Themen wie mobiler Journalismus und Podcast und halte eine regelmäßige Vorlesung zu Kommunikationspolitik an der westfälischen Hochschule.

Journalisten/innen sollten sich immer weiter entwickeln und auch technologisch auf der Höhe der Zeit bleiben - inhaltlich und auch in ihren Ausdrucksformen. Das ist auch wichtig, um bei Änderung der Arbeitsanforderungen im Sender mithalten zu können.

Dafür setze ich mich seit Jahren auch im Bezirksvorstand von Verdi im Ruhrgebiet ein. Ich versuche zum Beispiel auf Barcamps oder bei Aktionstagen in den Universitäten präsent zu sein und spreche dort mit Neueinsteigern. Solidarität untereinander ist besonders wichtig - insbesondere für Freie. Und sie sollten ihre Rechte kennen und selbstbewusst für einen unabhängigen Journalismus eintreten können, abgesichert mit einer starken Gewerkschaft im Rücken.
In der Freienvertretung will ich mich vor allem um die Perspektive der Freien kümmern, die nicht nahe der Funkhausstandorte Köln und Berlin leben und manchmal in Vergessenheit geraten. Und darum, dass die Redaktionen das ungeheure Potential der talentierten Freien im eigenen Haus besser nutzen.

Thilo Schmidt

Wir Freie gestalten einen maßgeblichen Anteil unserer Inhalte - und deswegen brauchen wir eine starke Vertretung. Ich möchte mich für eine faire Behandlung der Freien einsetzen, für einen fairen Umgang mit ihnen und dafür, dass sie leistungsgerecht und tarifvertragskonform bezahlt werden. Da der Anteil der Arbeit, den die Freien übernehmen, weiter zunehmen wird, ist es für eine starke Freienvertretung allerhöchste Zeit.

Anna Seibt

Mir ist es wichtig, eine Anlaufstelle für alle freien Kolleg*innen zu sein. Ich beschäftige mich intensiv mit den Themen Antirassismus, Diversität und Machtstrukturen und möchte die Stimmen und unterschiedlichen Perspektiven der Freien im Deutschlandradio stärken. Ich möchte ihre Interessen im Haus vertreten und eine direkte Verbindung zwischen der Führungsebene und den Mitarbeitenden aufbauen. Ich verstehe die Freienvertretung als offene Anlaufstelle für alle Fragen und Probleme rund um die Arbeit beim Deutschlandradio.

Ich selbst habe als Praktikantin angefangen, war Regieassistentin beim Hörspiel und Feature in Berlin, freie Autorin bei Deutschlandfunk Nova, Volontärin in allen drei Programmen und bin nun freie Redakteurin im Deutschlandfunk – Erfahrungen, die mir einen guten Überblick über die verschiedenen Häuser, Programme und Redaktionen geben. Ich habe Lust, mit Euch und Ihnen zusammen neue Impulse ins Haus zu geben und mich für ein respektvolles Miteinander einzusetzen.

Peter Welchering

Ich bin 1983 in den Journalismus gekommen, arbeitete zunächst für den WDR, dann den NDR. Von 1990 bis 1993 habe ich als Redakteur im Heise-Verlag, Hannover gearbeitet und war der Ausbildungsbeauftragte für die Volontärausbildung. Bis 2001 war ich Chefredakteur der Computer-Zeitung, die ich nach einem Generationenwechsel in der Verlegerschaft 2001 verließ, um weiterhin unabhängigen Journalismus machen zu können. Das hat auch seitdem gut geklappt.

Für den Deutschlandfunk bin ich seit 1994 als Autor tätig, vor allen Dingen für Forschung aktuell, aber an der Schnittstelle von Informationstechnik und Politik auch immer mal wieder für die Aktuellen.

Als Freienvertreter habe ich an einigen Tarifverhandlungen teilgenommen, wechselte 2019 nach 25jähriger Mitgliedschaft vom DJV zu ver.di.

Mir ist es wichtig, dass der Deutschlandfunk weiterhin als Autorenradio sendet, an dem eben auch sehr viele freie JournalistINNen als AutorINNen mitwirken. Dafür müssen Ressourcen bereitstehen, die KollegINNen müssen abgesichert arbeiten. Wir Freie müssen den Prozess der Digitalisierung bei Deutschlandradio mitgestalten, denn da haben wir Freie erhebliche Kompetenzen, die eingebracht werden müssen, damit Fehlentwicklungen vermieden werden. Bei den Freien zu kürzen, damit eine schwammige sogenannte „Digitalisierungsstrategie“ finanziert werden kann, dagegen müssen wir uns wehren. Gemeinsam!

Kathy Ziegler

Ich möchte eine starke Vertretung der Freien im Deutschlandradio aufbauen. Seit über zehn Jahren arbeite ich als freie Onlineredakteurin und Autorin hauptsächlich für Deutschlandfunk Nova. Davor habe ich bei der Deutschlandradio-Tochter DRS in der dradio-Onlineredaktion mehr als sechs Jahre gearbeitet und war Betriebsratsvorsitzende. In dieser Zeit habe ich gelernt, wie wichtig Mitbestimmungsrechte und Gewerkschaftsarbeit sind. Seitdem kenne ich die Bemühungen des ver.di-Senderverbands für eine Vertretung der Freien durch den Personalrat. Ein wichtiger Zwischenschritt ist die Freienvertretung, die Ende Mai gewählt wird. Deshalb will ich meine Erfahrungen aus jahrelanger Gremienarbeit bei ver.di und als Freiensprecherin bei Deutschlandfunk Nova für das neue Gremium einsetzen.

Wie diese Freienvertretung organisiert werden kann, davon habe ich klare Vorstellungen. Meine Themen:

• Personalentwicklung bei freien Mitarbeitenden einführen
• System einer sozialen Absicherung der Freien beim Deutschlandradio entwickeln
• Beratende Teilhabe bei der Verpflichtung neuer freier Mitarbeitenden für mehr Diversität in den Redaktionen
• Echte Mitbestimmungsrechte der Freien im Deutschlandradio

Mit meinen bald 54 Jahren hoffe ich sehr, dass ich während meines Arbeitslebens die Umsetzung der Themen noch erleben werde. Die Herausforderungen sind groß, aber ich setze auf eine gute Teamarbeit in der Freienvertretung. Ich glaube, dass wir gemeinsam viel umsetzen und verändern können. Diese Veränderungen sind nicht nur wichtig für die freien Mitarbeitenden, sondern stärken insgesamt im Deutschlandradio die journalistische Arbeit und damit auch die Legitimation des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Gesellschaft.

ver.di Kampagnen